Montag, 21. Mai 2007

Es war einmal ...

Zu jener Zeit, als die Menschen noch an die Boten weit entfernter Götter glaubten und sie sich zu Gemeinschaften zusammenschlossen, um diesen Göttern durch Nachahmung zu huldigen … in diesen längst vergangenen Zeiten, fanden sich die Mutigsten unter ihnen, sich zusammen, um alljährlich eine strapaziöse Pilgerreise auf sich zu nehmen, um denen zu huldigen, die sie zusammengebracht haben.


Sie strotzten den Gefahren der Verwirrungen des Weges und ließen sich nicht von den Verlockungen der am Wegesrand befindlichen Verführungen in die Irre leiten. Mutig begaben sie sich auf die beschwerliche Reise. Einige von Ihnen schlossen sich in Gruppen zusammen, um gemeinsam den herausfordernden Weg zu meistern und sich gegenseitig vor den Verlockungen des falschen Weges zu schützen. Doch mancher Wagemutiger versuchte, alleine von weither den rechten Weg beizubehalten.


Der Zeitpunkt einer solchen Zusammenkunft war gut gewählt. Galt Pfingsten doch jeher im Volke und im traditionellen Glauben als eine magische Zeit, in der man gemeinsam und den aus allen Himmelsrichtungen herangeeilten Gläubigen an einem Ort vereinte, um die alten störenden Geister des Unglaubens zu vertreiben. Jene Geister, die den Glauben an die Götter der Sterne ins Wanken brachten, wurden alljährlich, so ist es in der Geschichte überliefert, gemeinsam vertrieben.


Zusammen, berauscht und gestärkt durch die Zelebration gemeinschaftlicher Stärke, wurde gegen die bösen Geister gekämpft. Gemeinsam wurde der heilige Rauch der Wasserpfeife empfacht, Ungläubigen Streiche gespielt, ein reinigender Spaziergang oder ein läuterndes alkoholisches Bad in der Menge durchgeführt, stets mit dem Ziel, den Zweifelnden zurück auf dem Pfad der Bekehrung zu holen.
Nachdem die auch die letzte Möglichkeit der Läuterung, der Nacht vor dem Sonntag zum Montag, der im Volk auch als „Unruhnacht" bezeichnet wird, überlebt war, konnte man mit gefestigtem Glauben die Heimreise antreten. Die am Pfingstwochenende gepriesenen Götter der Sterne schenkten ihnen aus Dank und Güte einen Heimweg, der sich sehr viel leichter gestaltete, als die beschwerliche Hinreise. Mit dem göttlichen Geschenk der guten Laune und einem erstarkten Gemeinschaftsgefühl wirkte die Heimreise oft viel kürzer.


Und nun ist es wieder soweit, den Brauch der Urahnen aufleben zu lassen. Am Freitag werden sich wieder Wagemutige auf den beschwerlichen Weg der Gemeinschaft begeben, um dann hoffentlich wie all die Jahre davor mit neuer Kraft und Freude zurückzukommen.
Denn eins ist allen Gläubigen gemeinsam, den Urahnen und den heutigen Gläubigen, sie alle dienen dem gemeinsamen Gedanken Star Treks, indem sie an seinem Gedankengebäude teilnehmen, ob in reiner oder abgewandelter Form. Sie alle sind durch diesen Glauben für immer miteinander verbunden, den sie zu Pfingsten immer wieder bestärken und erneuern.